Das Essen im Krankenhaus. Vermeiden Sie diese 3 Fehler als Patient mit Magenkrebs nach der Magen-Operation.

Mit diesen Artikel möchte ich aufmerksam machen auf typische Ernährungsprobleme in der Klinik kurz nach der OP. Und wie eine angepasste Ernährungsstrategie aussehen kann, um zusätzliches Leid zu vermeiden.

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Magenkrebs, Magen-OP, Essen in der Klinik, Fehler vermeiden

Über den Autor: Frank Sprang hatte Magenkrebs und lebt nun ohne Magen. Hier berichtet er über seine Behandlungen, was er heute anders machen würde, wie er die Probleme mit der Verdauung gelöst hat und wieder fit geworden ist. Er ist medizinischer Autodidakt und seine Hinweise sind deshalb mit Fachkräften, z. B. Ärzten, abzustimmen. Siehe Disclaimer.


Die Sache mit der Verpflegung in Kliniken

Drücken wir es mal positiv aus: Krankenhäuser wollen Ihren Patienten sicher gut versorgen und geeignetes Essen anbieten, doch diese haben keine unbegrenzten finanziellen Mittel. So wird sparsam mit den verfügbaren Geldern umgegangen und für Patienten gibt es nur eine kleine Auswahl an Gerichten. Eine komplett individuelle Abstimmung der Ernährung für jeden ist deshalb wirtschaftlich und logistisch nicht möglich, auch wenn dies die Leidensphase bei Magenkrebs-Patienten verkürzen würde und die Heilungschancen verbessert, um nicht gleich das Wort ›Überlebenschance‹ zu verwenden.

Diese Konstellation ist jedenfalls sehr ungünstig: Magenkrebs – Krankenhaus – Essen. Beispiel: Meine Magen-OP lag eine knappe Woche zurück und so langsam soll ich feste Nahrung erhalten. Zum Frühstück gibt es … Tusch und Trommelwirbel … Brot mit Wurst, Käse, Marmelade und Butter. Es ist das, was alle anderen Patienten ebenfalls bekommen. Hätte ich damals nur gewusst, was ich heute weiß! So war es aber nicht. Man hat mir lediglich mitgeteilt, dass ich Essen und Trinken mit etwas zeitlichem Abstand zu mir nehmen sollte. Dass dies nicht grundsätzlich gilt, beschreibe ich in einem anderen Artikel.

Jedenfalls habe ich zuerst die Tasse Tee getrunken. Dann eine halbe Stunde gewartet und mich auf das erste Frühstück nach der OP gefreut. Ich esse eine Scheibe Brot mit Käse und Wurst. Die zweite Brotscheibe mit Marmelade lasse ich zunächst außen vor. Es dauert nicht lange und das Verhängnis nimmt seinen Lauf. So spüre ich bald einen unangenehmen Druck im Bauchraum. Dieser verstärkt sich und es kommt Übelkeit hinzu. Dann Würgereiz. Und Erbrechen. Ich erbreche Brot mit Schaum, Wurst mit Schaum und Käse mit Schaum. Durch das Verkrampfen beim Übergeben habe ich Sorge, dass meine inneren und äußeren frischen Narben darunter leiden. Das haben sie zum Glück nicht.

Fehler 1: Trockenes Essen im Krankenhaus nach Magenkrebs-OP

Magen-OP, Essen im Krankenhaus, zu trocken

Heute bin ich schlauer und kann erklären, was damals passiert ist. Dass das Brot zu trocken war und sich deshalb gestaut hat. Dass der Dünndarm versucht hat, das Essen weiterzutransportieren mittels Darmbewegungen und Flüssigkeit aus den Darmwänden. Dass sich dadurch Schaum gebildet hat. Dieser hat zusätzlich Platz beansprucht und hat alles nach oben gedrückt … Würgereiz … Erbrechen. Achten Sie folglich darauf, dass Sie bei trockenem Essen ein wenig dazu trinken. Aber wiederum nicht zu viel. Heute mache ich es so: Habe ich einen trockenen Bissen im Mund, dann nehme ich einen kleinen Schluck Flüssigkeit hinzu und zerkaue alles zu einem geschmeidigen Nahrungsbrei, bevor ich es runterschlucke. So ist es für mich am bekömmlichsten. In anderen Artikeln schreibe ich ausführlicher über diesen Punkt.

Fehler 2: Fette Speisen

Magen-OP, Essen im Krankenhaus, zu fett

Selbst wenn mit etwas Butter auf dem Brot das Ganze besser flutscht, eine gute Idee ist es dennoch nicht, zu viel Fett zu sich zu nehmen. Klar, das Essen braucht Kalorien, soll gehaltvoll sein und schmecken. Und Fette sind prima Geschmacksträger. Was ist das Problem mit fettiger Nahrung? Hier gab es bei mir zwar nicht die Nöte mit dem Würgen und Erbrechen. Aber dafür gab es Komplikationen am anderen Ende: Bauchkrämpfe mit Durchfällen. Nicht lustig, wenn die OP erst ein paar Tage zurückliegt.

Auch hier weiß ich es heute besser. Durch die OP kommen die erforderlichen Verdauungsenzyme – wie etwa Gallenflüssigkeit und Enzyme der Bauchspeicheldrüse – zeitverzögert nicht mehr so gut zum Einsatz. Und Fette, die nicht verdaut werden, wirken abführend. Das gilt ebenso für Kohlenhydrate und Eiweiße, aber bei unverdauten Fetten ist die abführende Wirkung durchaus heftig. Die näheren Hintergründe beschreibe ich ausführlicher an anderer Stelle, inklusive passenden Lösungsvorschlägen. Vorläufig mein Rat: Essen Sie in der ersten Phase fettarm. Später nehmen Sie wieder etwas mehr Fett in den Ernährungsplan mit auf, denn Ihnen werden die vielen Kalorien, die darin enthalten sind, guttun. Doch am Anfang bewirkt diese eher das Gegenteil. Ich zumindest habe stark abgenommen. Erst als ich Fette deutlich reduziert habe, konnte ich den Gewichtsverlust stoppen. Mittlerweile esse ich Fette in vernünftigem Maße, kombiniere das aber mit einer Reihe weiterer Ernährungstipps.

Fehler 3: Zeit verstreichen lassen bei der Optimierung der Ernährung

Kommen Sie für eine Magen-Operation wegen Magenkrebs bald ins Krankenhaus, sollten Sie sich für ›das Essen ohne Magen‹ schnellstmöglich interessieren. Idealerweise lesen Sie rechtzeitig möglichst viele von meinen Hinweisen und Tipps, um nach der Magen-OP nicht gleich in die ersten Ernährungsfallen zu tappen. Wichtig ist, dass Sie zunächst die Zusammenhänge verstehen, um dann die passenden Ernährungsmaßnahmen zu ergreifen. Nicht, dass es Ihnen so wie mir ergeht, denn ich traute mich kaum noch etwas zu essen, aus Angst vor häufigem Erbrechen und Durchfall. Beides ist in der Anfangsphase arg schmerzhaft. Ich habe aus diesem Grund zu schnell viele Kilos verloren. Das waren üble Wochen. Im Idealfall werden Sie deshalb schnellstmöglich zum Ernährungsexperten, um nicht die gleichen leidvollen Erfahrungen durchmachen zu müssen. Nutzen Sie die Zeit, sich schlauzumachen, damit Sie bald die Freude am Leben zurückgewinnen.

Ein guter Einstieg in den umfangreichen Themenkreis ist dieser Artikel: Ursachen der Verdauungsprobleme nach Magenentfernung wegen Magenkrebs.

Titelbild „Sandwich“ von Sara Cervera auf Unsplash. Icons von Freepik auf Flaticon.

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